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Raucher Lounges am Flughafen.

Von Michael Ludwig, 17.07.2011

Wenn man als Raucher zum Aktiv- und Passivraucher gleichzeitig wird, dann hat man sich getraut die Füsse in eine Raucher-Lounge am Flughafen zu setzen. Genau in diesem Moment versteht man jeden Nichtraucher. Sofort und ohne Einwände.

Als Raucher ist man am Flughafen ja so etwas wie ein Aussätziger. Innen ist rauchen verboten - ausserhalb gibt es festgelegte Bereiche. Ist man dann erst einmal durch den Zoll wird der Lebensraum für Raucher sehr, sehr dünn. Zumindest ist er das in Düsseldorf, normalerweise unser 'Heimatflughafen'. Wie groß war da die Überraschung, ja gar die Freude darüber, dass Air Berlin eine Raucher-Lounge eingerichtet hat.

Vor dem Abflug nach Fuerteventura noch gemütlich eine Zigarette rauchen, das entspannt und verkürzt natürlich auch die nikotinfreie Zeit.

Also schnurstracks in Richtung Raucher-Lounge. Rein von der Begrifflichkeit her erwartet man bei dem Wort 'Lounge' doch etwas bequemes, gemütliches - einen Ort an dem man eine Wartezeit entspannt verleben kann. So jedenfalls die allgemeine Definition.

Schick sieht sie von aussen ja aus, die Lounge - gesponsored von einer Zigarettenmarke - stylish und einladend. Von aussen - kommt man näher, erkennt man, dass alles hübsch verglast ist, bequeme Hocker und Sessel sind zu erkennen.

Nichts wie hinein und erst mal ein 'Zigarettchen' geraucht. Beim Betreten der Raucher-Lounge wandelt sich das Bild schlagartig - und auch diverse andere Sinne signalisieren abrupt: Nix wie raus hier.

Aber man will ja schliesslich rauchen und die anderen halten's ja auch aus. Zigarette an. Ein paar schnelle Züge. Zigarette aus. Raus. Aus die Maus. Nie wieder!

Am deprimierendsten an diesem Abenteuer war aber wohl das allwissende Lächeln, das Frau fuerteinfo.net von aussen durch die Scheibe der Raucher-Büchse gestrahlt hat.

Mal ehrlich Herrschaften, ist es notwendig, dass man als Raucher in einer verglasten, völlig verqualmten Büchse sitzen muss. Ist es nicht mehr Stand der Technik, dass es Luft-Abzugsgeräte gibt (jede Pommesbude hat einen - gesetzesmässig verordneten - besseren Dunstabzug). Bequemere Sitzmöbel hat man auch schon gesehen - und es gibt Aschenbecher, die sind zwar nicht so schick - dafür kann man dort seine Glimmstenge vernünftig ausdrücken.

Dass es auch anders gehen kann, erkennt man dann am Flughafen Fuerteventura. Innen 'Rauchen verboten', aussen Raucherzone. Nach dem Check-In und dem Zoll gibt es dann keine Raucher-Zonen oder gar Raucher-Lounges mehr. Es gibt etwas viel besseres. Eine Terrasse, auf der das Rauchen gestattet ist - sehr angenehm - sehr entspannend. Mit viel frischer Luft.

Zwei Dinge hat die Raucher-Büchse am Düsseldorfer Flughafen aber bewirkt: Einmal ernsthaft darüber nachgedacht, mit dem Rauchen aufzuhören - wenn auch nur für fünf Minuten. Zum zweiten ist es auf einmal gar nicht mehr so tragisch auf das Gequalme zu verzichten - lieber nicht rauchen als noch einmal in so eine Qualmbüchse zu gehen.

Und - liebe Nichtraucher - Ihr seid vollkommen im Recht mit der Forderung vom Passivrauchen verschont zu bleiben...


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