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Die Kanaren, ein wärmerer Atlantik und der terrestrische Klimawandel

Von Andrea Robers, 13.11.2010

Fakt ist: Die Wassertemperaturen des Atlantischen Ozeans rund um die Kanaren erhöhen sich, einige Tier- und Pflanzenarten sterben aus und andere Tiere und Pflanzen siedeln sich neu an. Diese Erkenntnis ergab eine Forschungsstudie der ozeanischen Inseln in der makaronesischen Region. Zur makaronesischen Region gehören neben den Kanaren z.B. auch die Azoren und die Kapverdischen Inseln.

Erforscht wurden die Inseln Madeira, die Azoren und die Kanarischen Inseln. Beauftragt mit der Studie wurde Doktor Josè L. Martin Esquivel. Dr. Esquivel lebt auf Teneriffa und ist promovierter Biologie. Er wurde 1960 in Venezuela geboren, seit 2009 ist er Direktor der 'Beobachtungsstelle für nachhaltige Entwicklung' der Kanarischen Regierung. Sein Hauptthema ist die Erforschung der Ökosysteme der ozeanischen Inseln, insbesondere der Kanaren, die mehr als 60 % der makaronesischen endemischen Tier- und Pflanzenarten aufweisen. Seine Arbeit, im Auftrag der kanarischen Inselregierung, ist dem Schutz und Erhalt der Fauna und Flora gewidmet.

Das Forschungsteam rund um Dr. Jose Esquivel fand heraus, das die Durchschnittstemperaturen von Land und Wasser sich ständig erhöhen und der trockene und heisse Calima immer öfter auf die Kanaren trifft. Der Calima ist ein Wind der östlich von der Sahara auf den kanarischen Archipel trifft. Mit ihm kommen ein feiner Sandstaub und heftige Temperaturschwankungen. Innerhalb weniger Stunden steigen die Temperaturen um ca. 10 Grad an, begleitet von heissen Winden und sehr trockener Luft. Diese Klimabedingungen können die Schleimhäute reizen und Atemwegserkrankungen hervorrufen.

Flächendeckend verändern sich die Landschaften der Kanaren nach und nach. Mit den klimatischen Veränderungen kommen neue Tier- und Pflanzenarten auf die Kanarischen Inseln, die dann unter diesen neuen Bedingungen ihren idealen Lebensraum finden. Das führt aber auch dazu, das einige Tier- und Pflanzenarten akut vom Aussterben bedroht sind.

Bei einigen Arten ist es sogar unmöglich sie vor dem Aussterben zu retten, bei denjenigen die gerettet werden könnten sind enorm hohe finanzielle Mittel notwendig. Es werden beispielsweise neue Naturschutzgebiete ausgewiesen und Tierschutzprojekte gestartet, so wie auf Fuerteventura, das Projekt zur Wiedereinführung der Meeresschildkröte der Gattung 'Unechte Karettschildkröte'.

Aber auch der Mensch kann und sollte dazu beitragen die Natur und die dort lebenden Tiere zu schützen und zu respektieren. Immer wieder verfangen sich Meerstiere, besonders eben diese Meeresschildkröten, im Plastikmüll und treiben dann hilflos herum, bis sie - im schlimmsten Fall - grausam verenden.

Daher, liebe Strandbesucher und Strandläufer, nehmen Sie lieber mal eine ordentliche Stofftasche für Ihre Utensilien mit an den Strand und verzichten Sie auf die hässlichen Supermarktplastikbeutel. Sind die erst einmal im Wasser gelandet, richten sie unter Umständen mehr schaden an, als uns allen lieb ist...


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