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Der Nicht-Streik hat wohl ein Ende. Militär übernimmt Flugverkehr.

Von Michael Ludwig, 04.12.2010

Gestern abend passierte in Spanien etwas, das man wohl als 'zivilien Ungehorsam' bezeichnen könnte: Die spanischen Fluglotsen erschienen nicht zum Dienst - alle (naja, fast alle) krank. Das führte dazu, dass ein heilloses Chaos ausbrach, das zur Einstellung des Flugverkehrs in Spanien führte. Der Flughafen von Fuerteventura war davon ebenso betroffen wie die Airports auf den Balearen, dem Festland und den übrigen Kanareninseln.

Aktuellen Meldungen zufolge soll El Matorral (FUE) auch noch bis Sonntag geschlossen bleiben.

Die spanische Regierung fährt nun einen harten Kurs gegen die Fluglotsen. Zunächst unterstellte man die Flugaufsicht dem Militär, danach rief man den nationalen Notstand aus um abschliessend die zivilen Fluglotsen dem Militär zu unterstellen. Nun versucht man so den Zusammenbruch des Luftverkehrs zu beenden und wieder so einigermassen auf die Flügel zu kommen.

Während nun Militär und zwangsrekrutierte Fluglotsen versuchen das heraufbeschworene Chaos einzudämmen, haben die Herren und Damen Politiker nicht besseres zu tun, als wilde Beschuldigungen durch die Gegend zu krakelen, mit langjährigen Gefängnisstrafen zu drohen und natürlich die Schuld von sich zu weisen.

Der Nicht-Streik der spanischen Fluglotsen fusst auf der Tatsache, dass Gehälter gekürzt werden sollen, Arbeitszeiten dafür im Gegenzug verlängert und die Flughäfen teilprivatisiert werden. Da kann man als betroffener schon mal leicht verschnupft aus der Wäsche gucken und sich krank melden.

Spanien ist pleite - genauso pleite wie Irland, wahrscheinlich 'pleiterer' als Irland und Griechenland zusammen - und dann muss man natürlich sparen, sparen, sparen. Aber wie es scheint, versucht man im Moment in Spanien am falschen Ende zu sparen. Ein Nicht-Streik, wie der der Fluglotsen kostet neben reichlich Nerven auch reichlich Euro.

Von liegengebliebenen unzufriedenen Urlaubern und termingeplageten Geschäftsleuten einmal ganz abgesehen.


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