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Kapitel in diesem Thema:


1500 Euro Schwimmstrafe Runde 2

Von Michael Ludwig, 13.09.2012

Lange hat es ja nicht gedauert, da macht sich Unmut über die geplanten Bussgelder für Gefahrenschwimmer breit. Teilweise zurecht, teilweise aber wohl mehr aus Trotz als aus tiefen Beweggründen.

In Runde 1 hat die Gemeinderegierung von La Oliva, das ist im Norden von Fuerteventura, darüber nachgedacht, ob es nicht - zum Einen - sinnvoll und - zum Zweiten - lukrativ wäre, Geldbußen für das Schwimmen bei gehissten roten Flaggen zu verhängen. Je nach 'Gefahrengrad' zwischen 300 und 1.500 Euro. Resümee aus Runde 1: Man hat darüber nachgedacht. Mit der Weitsicht, die der Spezies Politiker so inne ist - also von 12 bis mittags.

Erstmal ist überhaupt nicht klar, ob eine Gemeinde eine derartige Geldbuße verhängen darf - oder ob das nur das Land Spanien selber darf. In Deutschland wäre das der Vergleich zwischen Kommune und Bund.

Jetzt in Runde 2 wird von der Seite der Urlauber auf die Gemeinde geschossen - so ginge das ja nicht und schließlich gäbe es rote Flaggen in Corralejo erst seit einer Tragödie und mit Rettungsschwimmern sähe es ja auch nicht wirklich rosig aus. Richtig. Man darf keinen Hehl daraus machen, die Rettungsschwimmer werden von den Gemeinden bezahlt und die sind - sagen wir einmal - finanziell schlecht gestellt. Daher sind die Rettungsposten meist schlecht - an vielen Stränden auch gar nicht mehr besetzt.

Und es gibt auch noch die Spezies der Surfer, der Kite- und Windsurfer - die benötigen für Ihren Sport Wind, Wellen am Besten beides zusammen. Was soll aus denen werden, Kitesurfen nur noch bei Flaute und Surfen nur noch bei 10 cm Wellenhöhe - das wäre doch kontraproduktiv für den Sport. Auch soll es schon zu Rettungsaktionen gekommen sein, bei denen Surfer in Not geratene Urlauber aus dem Wasser gezogen haben.

So hat sich innerhalb weniger Tage aus einer Idee zu einem Bussgeld ein sehr komplexes Thema entwickelt, über das wahrscheinlich noch lange diskutiert wird.

Doch eigentlich ist die Faktenlage ja mehr als eindeutig: Rote Flagge, nicht schwimmen. Wer es trotzdem macht, der muss halt damit rechnen zu ersaufen, denn auch Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer sind Menschen mit Leistungsgrenzen und Familien und Verantwortung. Man kann als vernünftiger Mensch eigentlich nicht davon ausgehen, dass es jemanden gibt, der sein eigenens Leben riskiert, um einen unvernünfigen Menschen zu retten - einen, der bei Schwimmverbot schwimmen gegangen ist.

Darum geht es bei dieser Bussgeldidee: Menschen, die ihr eigenes und das Leben anderer gefährden davon abzuhalten genau das zu tun. Und mal ganz im Vertrauen: Wer der Meinung ist, bei höheren Wellen:

fuerteventura fuerte blog

als diesen, schwimmen gehen zu müssen, dem ist eh' nicht mehr zu helfen. Und falls doch, dann sollte dem Retter - egal ob ausgebildeter Gemeinde-Rettungsschwimmer, gerade zufällig anwesender Surfer oder Urlauber mit goldenem Seepferdchen und DLRG-Rettungsschein, die Ehre gebühren die 1.500 € persönlich und direkt vor Ort zu kassieren.

PS. Sehr polemisch das Ganze, ich weiß aber manchmal muss das so sein…


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