Kapitel in diesem Thema:


Alles Inklusive, die andere Seite der Medaille.

Von Michael Ludwig, 24.06.2011

Zugegeben, so ein All Inclusive Urlaub auf Fuerteventura ist schon etwas Feines. Schlafstätte, Getränke und Mahlzeiten zu einem Festpreis geben einem Urlauber die notwendige Planungssicherheit. Doch dieser gesicherte Urlaub hat auch eine Kehrseite, wenn auch nicht für die Urlauber. Das Resultat der stetig wachsenden Zahl an All Inklusive Reisenden sind leere Gastronomie-Betriebe.

fuerteventura fuerte blog

Bars, Kneipen, Snack Bars und Restaurants bleiben leer und dies nicht nur ab und an sondern immer öfter. Wozu sollte auch ein Urlauber, der alles im Preis enthalten hat, ein Restaurant oder eine Bar aufsuchen. Die Antwort darauf ist einfacher als man denkt: Um sich 'sanitär zu erleichtern'.

Nicht, dass es zu einem Missverständis kommt. Jeder soll den Urlaub machen, den er sich wünscht, in dem Hotel oder Resort und mit der Beköstigung, die Ihr oder Ihm am liebsten ist.

Genau hier liegt aber auch die Grenze des All Inklusive Tourismus, direkt am Tor zur Aussenwelt, genau hier endet die Pauschalverpflegung. Theoretisch, denn leider hat es sich in den letzten Jahren immer stärker herausgebildet, dass einige der All Inklusive Urlauber der Meinung sind, es wäre schick, mit einem bunten Plastikbecher, gefüllt mit Gratisgesöff in jeder Hand, über die Promenaden mit den spärlich besetzten Gastrobetrieben zu latschen oder diese über hunderte von Metern an den Strand zu transportieren.

Schade eigentlich, dass es keinen All Inklusive Mitnehm-Locus gibt, das würde den peinlichen Augenblick ausmerzen, in dem man einen der frustrierten Gastronomen dann auch noch fragt, ob man denn mal die Toilette benutzen kann - weil die Blase ja schließlich zum Bersten mit Gratistrunk gefüllt ist.

Erstaunlich, dass man dann nicht einmal anstandshalber ein Wasser für lumpige 1,50 € bestellt - so als kleines Dankeschön. Ebenso erstaunlich, dass die Gastronomen die Leute überhaupt auf's Örtchen lassen. Das hat wohl etwas mit gutem Benehmen zu tun - oder es ist Mitleid mit den Anstandslosen.

Es ist wohl an der Zeit, dass die Hoteliers dem Pappbecherschleppen einen Riegel vorschieben und damit, erstens die örtlichen Gastrobetriebe ein wenig unterstützen und, zweitens, dafür sorgen, dass der Strand und die Promenaden nicht eines Tages nur noch aus Papp- und Plastikbechern besteht.

Wenn dieser Habitus jedoch gepflegt wird, dann verkaufen einige der AI-Gäste noch irgendwann Ihre Hotel-Gratisgetränke zu Dumpingpreisen direkt vor den Kneipen, sofern es die dann überhaupt noch gibt...


auf facebook teilen…

‹ zurück